Ivolga B155Ca. 3000 Hunde und ca. 150-200 Katzen leben im russischen Shelter "Kozhuhovo" und können jede Hilfe dringend gebrauchen.

 

Wir möchten den Tieren in diesem Shelter helfen. Einen kleinen Einblick in die Situation vor Ort soll dieser Vorstellungbericht geben.

 

 

 

Nach und nach werden wir die einzelnen Tiere auch in unseren Vermittlungsrubriken vorstellen. Hier geht es direkt zu den Vermittlungstieren:

Notfälle

Handicap-Hunde

Senioren

Hündinnen klein

Hündinnen mittel

Hündinnen groß

Rüden klein

Rüden mittel

Rüden groß

Junghunde

Hunde auf Pflegeplätze in DL

Das Shelter "Kozhuhovo" befindet sich in Russland und liegt ein paar Kilometer außerhalb von Moskau.

Zur allgemeinen Information zur Tierschutzsituation in Russland und speziell in Moskau: Es gibt kein funktionierendes Tierschutzgesetz in Russland!
Es gibt in Moskau Hundefänger - so genannte „Doghunter“. Diese sind für den Bezirk, in dem sich das Shelter befindet, zuständig. Diese Doghunter fangen die Hunde und bringen sie in die Shelter. Auch Familien, die ihre Hunde nicht mehr haben wollen oder deren Besitzer verstirbt, bringen sie dort hin. Leider werden auch öfters Hunde einfach über den Zaun der Shelter geschmissen oder man entledigt sich ihrer, indem sie auf die Straße gesetzt und damit ihrem ungewissen Schicksal überlassen werden.
In und um Moskau gibt es 10 Shelter. Alle diese Shelter haben ähnliche Belegungsausmaße, wie das Shelter "Kozhuhovo".

Moor

 

Diese Dimensionen sind für uns unvorstellbar! Wir sind uns bewusst, dass es unmöglich ist, jedem einzelnen Hund helfen zu können.
Doch wir haben von der Not erfahren und was nun? Einfach nur betroffen wegschauen? Das können und wollen wir nicht!


Wir möchten nichts unversucht lassen, um zumindest die Lebenssituation der Hunde etwas zu verbessern. Und wir hoffen, dass wir mit diesem Wunsch nicht alleine sind. Doch dazu brauchen wir Unterstützung… mitfühlende Menschen, die ebenfalls nicht wegschauen, sondern helfen möchten.

 

 

Die Helfer vor Ort haben dieses Video vom Leben der Hunde im Shelter "Kozhuhovo" gemacht. Es ist zwar auf russisch verfasst, aber die Bilder sprechen für sich… Bilder sagen manchmal mehr als viele Worte.

https://vimeo.com/125631273

Wir haben uns entschlossen, speziell den Hunden im Shelter "Kozhuhovo" zu helfen, da wir bereits in Kontakt mit lieben Helfern in Deutschland und auch vor Ort stehen. Diese Menschen bemühen sich schon längere Zeit den Tieren dort zu helfen. Es gibt derzeit ca. 100 Freiwillige - Volontäre - die wöchentlich in das Shelter gehen, um vor Ort den Tieren zu helfen. Von ihnen erhalten wir sämtliche Infos – von der allgemeinen Situation sowie auch Infos zu den einzelnen Hunden.

Das Shelter "Kozhuhovo" ist ein staatliches Tierheim. D.h., es findet jedes Jahr vom Staat eine Ausschreibung für die Leitung dieses Shelters statt. Private Unternehmen geben dann Gebote ab. Das Unternehmen, das den niedrigsten Preis bietet, bekommt den Zuschlag. Mit diesem Geld (vom niedrigsten Gebot) muss dann dieses Unternehmen das Shelter für 1 Jahr führen. Diese Gebote von den Unternehmen sind meist so niedrig, dass es kaum für das Nötigste reicht. Außerdem wollen diese Unternehmen mit den Sheltern Geld verdienen, d.h. der Betrag wird oft nicht für die Hunde verwendet. Ein angestellter Arbeiter dort verdient vielleicht 200 Euro im Monat. Die Arbeit will kaum jemand machen, deswegen wechseln die Arbeiter dort sehr oft. Es sind immer zu wenige, außerdem mögen sie oft keine Hunde, entsprechend ist oftmals leider auch der Umgang mit den Hunden.

Von der Leitung dieses Unternehmens ist es abhängig, ob sie die Volontäre dulden und inwieweit sie mit ihnen zusammenarbeiten. Die Volontäre haben keinen Einfluss auf die Arbeit der angestellten Arbeiter.

Zwingerreihen 2

Das Shelter "Kozhuhovo" ist für 2500 ausgelegt. Es befinden sich meist mehr Hunde dort. Unter ihnen sind sehr viele alte und kranke Hunde, die schon seit der Eröffnung im Juli 2008 dort sitzen. Des Weiteren leben auch ca. 150-200 Katzen dort.


Das Shelter hat vier Sektoren. In jedem Sektor befinden sich zwischen 500 und 900 Hunde.

 

 

Wie all die Shelter, ist auch dieses nicht beheizt! Deswegen sterben viele Hunde in dem schweren Moskauer Winter.

Auenzwinger 2

 

Die Hunde sind in kleinen, nichtisolierten Außenzwingern untergebracht. Aufgrund des geringen Ausmaßes sind das aber eher Hundekäfige - ca. 3 Quadratmeter groß, mit Sperrholzwänden und nach vorne mit Gitterelement, werden sie für 1 bis 4 Hunde verwendet. Der Fußboden ist aus Holzbrettern gefertigt.

 

 

Wenn es im Herbst regnet, sind diese völlig durchnässt. Im Winter, wenn die Temperatur unter -25°C fällt , friert der Fußboden durch und ist mit Eis überzogen. Es kommt zu chronischen Erkrankungen und höheren Sterbefällen bei den Tieren.

In der Winterzeit friert das Wasser im Eimer durch, deswegen bekommen die Hunde während des ganzen Winters nur Schnee statt Wasser.
Besonders dramatisch wird die Situation, wenn es im Winter zwar sehr kalt ist, aber es keinen Schnee gibt.

Zimnik 1

An diesen kleinen Außenkäfigen grenzt, über eine Klappe zugängig, jeweils ein Zimnik an. "Zimnik" vom Wort "Zima" (Winter) – ist ein kleines Gehäuse, ca. 1,5 Quadratmeter groß. Komplett aus Sperrholzwänden nach allen Seiten und in dieser geringen Größe, ist das Zimnik aber eher eine Kiste. Diese ist bei Bedarf auch von oben zu öffnen. So entstehen auch einige Fotos von Hunden im Zimnik.

 

 

 

 Zimnik 2Im Zimnik können sich die Tiere während strengen Frösten wärmen. Wie bei der Belegung der Außenzwinger teilen sich somit auch bis zu 4 Hunde nur ein Zimnik - eine Kiste von 1,5 Quadratmeter!

Sie sollten mit Stroh ausgelegt sein und dieses muss regelmäßig ersetzt werden. Wenn das Stroh nicht regelmäßig ausgetauscht wird, beginnt es sich mit Urin vollzusaugen, und in den schwersten Fällen kann das Tier kaum atmen wegen des starken Ammoniakgeruchs.

 

Es gibt im Shelter sehr ängstliche Hunde, die sich dauerhaft im Zimnik verstecken und noch nie außerhalb davon gesehen wurden... ein Leben in einer Kiste auf 1,5 Quadratmeter.

 

Auslufe 2

Im Shelter gibt es auch Ausläufe. Dies sind gesondert abgesperrte Bereiche, wo die Hunde unter Aufsicht der Volontäre spielen und ein bisschen sich bewegen können.

 

 

 

 

 

 

Kesha

Das Shelter hat auch eine Krankenstation, doch diese ist viel zu klein. Deswegen dürfen nur die allergrößten Notfälle dorthin. Die Krankenstation kann ca. 80 Hunde aufnehmen.
Die medizinische Versorgung ist miserabel. Die Ärzte gehören zum Personal und werden auch von dem Unternehmen, das die Ausschreibung gewonnen hat, bezahlt.
Die Volontäre müssen immer sehr diplomatisch sein, damit sie weiterhin die Genehmigung haben, dort herein zu dürfen.

Weiterhin gibt es ein Hospiz, das nur sehr wenige Hunde (ca. 15 Hunde) aufnehmen kann. Dort leben besonders kranke Hunde bis an ihr Lebensende (meist Krebspatienten, die nicht mehr lange leben).

 

 

 

 Welche Hilfe bekommen die Hunde derzeit?

Dick

Wie bereits erwähnt, gibt es ca. 100 Volontäre - freiwillige Helfer, die sich bemühen all diesen Hunden in ihrer Freizeit zu helfen. Bei 100 Volontären für 3000 Hunde kann nur das Allernötigste bewältigt werden.
Die Volontäre gehen wöchentlich ins Shelter. Jeder Sektor hat eigene betreuende Volontäre, die sich nur jeweils um "ihre" Hunde kümmern. Bei jedem Gang zum Shelter wissen die Volontäre nie, ob sie ihre Schützlinge vom letzten Mal wiedersehen. Sie sehen das Leid und kommen ständig an die Grenzen des Machbaren. Und doch gehen sie jede Woche aufs Neue dorthin, um zumindest ein wenig die Situation der Hunde zu verbessern.

Oft haben die Arbeiter die Käfige nicht saubergemacht oder nicht ausreichend gefüttert. Die Volontäre packen auch da mit an und versuchen nach Möglichkeit zuzufüttern (auf eigene Kosten).

 

 

Prince2Die Volontäre versuchen, die Hunde, die jahrelang nur im Zimnike gelegen haben und ihren 3 m²-Käfig noch nie verlassen haben, zu sozialisieren, sie an die Leine zu gewöhnen usw. Sie bringen die Hunde in Kliniken nach Moskau, um sie untersuchen zu lassen (auf eigene Kosten). Sie versorgen die Hunde im Hospiz. Dort müssen sie auch alles selber bezahlen. Medikamente usw.

Was ganz dringend benötigt wird, ist ein Röntgengerät . Denn im Shelter gibt es kein Röntgengerät. Bei jedem Hund, dem die Volontäre helfen möchten und dazu ein Röntgenbild notwendig ist, müssen sie die Erlaubnis der Verwaltung einholen, ob sie den jeweiligen Hund aus dem Shelter mitnehmen dürfen. Die Kliniken, in denen geröntgt werden kann, liegen oft weit entfernt. Moskau hat einen sehr dichten Verkehr. Es kann also sein, dass die Volontäre morgens losfahren und abends erst wieder da sind. Für ein Röntgenbild!
Und sie sind immer auf die „gute Laune“ der Verwaltung angewiesen, ob sie mit einem Hund überhaupt zum Röntgen fahren dürfen.
D.h., wenn ein Hund zum Röntgen muss, ist ein Tag weg. Da die Betreuer aber meist nur einen Tag in der Woche kommen, müssen dann die anderen Hunde, die sie normalerweise auch betreuen, in ihren Käfigen bleiben.

Aktuell sammeln wir Geld für den Kauf eines Röntgengerätes. Den Aufruf hierzu und den aktuellen Spendenstand finden Sie hier...

Die Betreuung der Hunde haben die Volontäre untereinander aufgeteilt. Doch bei 100 Volontären, die meist nur einen Tag in der Woche ins Shelter kommen, und sich insgesamt für 3000 Hunde bemühen, ist schon die „normale“ Betreuung ein Kraftakt. Grundsätzlich haben die Hunde nur die Gelegenheit ihren Käfig einmal die Woche für eine Stunde zu verlassen. Nämlich dann, wenn ihre Betreuer da sind. Doch bei dieser Masse an Hunden, dazu noch viele alte und kranke Hunde, Fahrten mit Hunden in die Kliniken, ist es nicht verwunderlich, dass in der Realität leider viele Hunde ihren Käfig noch nie im Leben verlassen haben.
Umso erstaunlicher ist es, wie viele tolle, menschenorientierte und liebevolle Hunde dort leben – trotz ihrer Vergangenheit und ihrer derzeitigen Lebenssituation.

Für viele alte und kranke Hunde wird spezielles Futter gebraucht. Inzwischen wurde erreicht, dass das Management des Shelters dieses teils überlebenswichtige Spezialfutter einkauft. Aber es fehlt oft das Geld für bestimmte Medikamente, die dringend benötigt werden. Auch hier versuchen die Volontäre zu helfen und diese selbst zu kaufen.

Wie bereits beschrieben, gibt es von der Verwaltung angestellte Shelterarbeiter. Trotzdem funktioniert allein die Grundversorgung nicht zuverlässig - die Hunde müssen dort oft hungern und besonders im Winter haben sie oft auch tagelang nichts zu trinken. Dies ist besonders schlimm für die alten Hunde, die dann schnell völlig dehydrieren.

In Moskau ist es oft im Winter minus 30 Grad kalt. Weil Wasser sofort einfriert, bekommen die Hunde immer Schnee in die Eimer. Wenn kein Schnee liegt, haben die Hunde nichts zu trinken. Aus dieser Not heraus musste im letzten Jahr ein Wassertank gekauft werden.
Dieser Tank wurde von den Betreuern selber gekauft. Die Verwaltung hatte einen Trecker, mit dem der Tank von einem zum anderen Sektor gefahren und somit Wasser zu den Hunden gebracht werden konnte.

Leider gibt es auch immer wieder Verletzungen der Hunde durch die Arbeiter, die sie mit Schaufeln schlagen. Deswegen haben viele Hunde im Shelter z. B. nur noch ein Auge.
Die Zähne sind grundsätzlich schlecht, das liegt an dem billigen Futter.
Kastrationen werden von den Ärzten der Verwaltung durchgeführt und sind somit vom Staat bezahlt. Jeder Hund wird nach der Quarantäne kastriert. Welpen allerdings erst später.
Doch oft sind die Kastrationen so schlecht gemacht, dass immer wieder Folgekrankheiten auftreten können.

In diesem Video bekommt man einen kleinen Einblick ins Shelter + der Betreuung durch die Volontäre: https://www.youtube.com/watch?v=5Z8EwWuRSJ4

Es ist unglaublich, was die Volontäre dort leisten… freiwillig, in ihrer Freizeit durch aktive Hilfe im Shelter und dazu oft auf eigene Kosten. Ob allgemein zusätzliches Futter (wenn die Hunde besonders viel hungern müssen), Spezialfutter (z. B. Nassfutter für die Hunde mit Zahnproblemen oder ältere Hunde) Medikamente und auch Untersuchungen - alles muss aus eigenen Kräften finanziert werden.
Und das immer und immer wieder. Und doch fehlt es an allen Ecken und Enden.

 

 

 

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