Bass

Bass

Bass kam als junger Hund in das russische Shelter „Kozhuhovo“. Wie und wo er vorher lebte können wir leider nicht sagen. Die Tatsache, dass ein junger Hund in ein Shelter mit fast 3.000 Hunden kommt, ist eigentlich schon schlimm genug, doch für Bass kam es noch viel schlimmer.

Da es in den Sektoren (dort sind die Außenzwinger, die mit 3-4 Hunden belegt sind) absolut keinen Platz gab, musste Bass zwei volle Jahre in der Quarantänestation verbringen. Wie der Name schon sagt, ist es eine Quarantäne, also ein Einzelzwinger. Ein Einzelzwinger – um einiges kleiner als ein Aussenzwinger – wie schlimm muss das für einen jungen Hund sein. Um irgendetwas sehen zu können, musste Bass sich auf die Hinterbeine stellen, denn der untere Teil der Tür ist vollständig geschlossen. Doch selbst dieser Blick hatte nichts, an dem er sich hätte erfreuen können. Genau gegenüber liegt eine weitere Zwingerreihe mit Türen, die ebenfalls bis zur Hälfte vollständig geschlossen sind.

Nach zwei Jahren gab es endlich einen geeigneten Zwinger, in den Bass umziehen konnte. Doch sein Elend hört damit ganz bestimmt nicht auf. Er darf sich nun seinen Zwinger mit Artgenossen teilen, und die Tür besteht nur noch aus Gittern, so dass er hindurchschauen kann, aber auch dieser Ausblick verheißt nichts Gutes. Denn auf der anderen Seite sind ebensolche Außenzwinger mit anderen Hunden – getrennt durch einen schmalen Gang!

Trotz dieser zwei langen Jahre in „Einzelhaft“ hat sich Bass nicht zurückgezogen. Er findet das Leben immer noch interessant und freut sich über die kurze Zeit in der Woche, in der er ein klein wenig Aufmerksamkeit von seinen Betreuern erhält. Ein kurzer Moment für ihn, in dem er sich die Beine vertreten und ein wenig laufen kann. Denn auch wenn sein neuer Zwinger im Sektor nicht geschlossen ist, sind es kaum mehr als 3 qm, die er sich mit anderen teilen muss.

Bass ist ein junger und aktiver Hund, der es liebt zu rennen und zu spielen. Wie ein Welpe möchte er trotz seiner Vergangenheit die Welt kennenlernen und erobern dürfen. Mit Artgenossen zeigt er sich vor Ort verträglich.

Zu Menschen ist er sehr freundlich und er sucht den Kontakt. Bass kann gar nicht genug Aufmerksamkeit von Menschen bekommen. Doch bei so vielen Hunden bleibt dafür immer sehr wenig Zeit. Bass möchte einfach gefallen und hat mittlerweile auch schon gelernt mit seinen vertrauten Betreuern kleine Shelterspaziergänge an der Leine zu machen.

Für Bass wird es mehr als schwierig in Russland ein Zuhause zu finden… er ist kein Rassehund, ist optisch wie Hundert andere auch und ein Welpe ist er auch nicht mehr. Doch seine Betreuer haben uns gebeten für diese unschuldige Seele, ein Zuhause zu finden.

Ein Zuhause, in dem er in Ruhe ankommen und die Welt kennen lernen darf. Ein Zuhause, dass ihn mit Ruhe, Gelassenheit und Liebe führen wird. Ein aktives Zuhause wäre sicherlich von Vorteil, denn ein „Couchpotatoe“ ist Bass bestimmt nicht. Größere Kinder (ab 10 Jahre) können bestimmt die besten Freunde von ihm werden. Eine souveräne Hündin als Ersthund wäre gut denkbar. Ob Bass mit Katzen leben kann, können wir leider nicht zuverlässig testen.

Wir hoffen und wünschen uns, dass wir für Bass die richtigen Menschen finden – im anderen Fall befürchten wir, dass er wie viele seiner Leidensgenossen – ungesehen in einem russischem Shelter alt werden wird.

Bass (ca. 55-60 cm) könnte schon zeitnah in ein liebes Zuhause reisen. Er ist geimpft, kastriert und gechipt…. Zu seinem Glück fehlen ihm einfach noch seine Menschen, die bereit sind einer unschuldigen Seele eine zweite Chance zu geben.

Bei ernsthaftem Interesse wenden Sie sich bitte an unsere Team-Kollegin Claudia Peters
eMail: c.peters@tierschutz-miteinander.de
Tel.: 05363-989350